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E r i n n e r n  bedeutet offenlegen, ans Licht bringen.
Als Gottesdienstgemeinde werden wir jeden Sonntagmorgen bei unseren Zusammenkünften in der Friedenskirche an die Liebe Gottes zu uns, seinen Geschöpfen, erinnert.
An die Botschaft von der Liebe Gottes – von der es in einem Gesangbuchlied heißt: „All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu; sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“ (eg 440)
Und mit dieser frohen Botschaft werden wir dann am Ausgang des Gottesdienstes entlassen, besser: geschickt in die neue Woche, um das, woran wir uns erinnert haben, hineinzutragen in den Alltag der Menschen.
E r i n n e r n  bedeutet offenlegen, ans Licht bringen.
Anfang November haben wir uns in unserer Stadt, auch in unserer Gemeinde, der Menschen erinnert, die in Kirchberg (vor 80 Jahren) lebten, zum Teil über Generationen hinweg. An jüdische Bürger und Bürgerinnen, die damals diskriminiert und entrechtet, die zu Flüchtlingen aus ihrem Geburts- und Heimatort Kirchberg wurden. Viele wurden in der Folge damals ermordet.
Und die christlichen Gemeinden? Ich weiß keine Antwort, warum die christlichen Gemeinden Kirchbergs an den Sonn-tagen Gottesdienste feiern konnten, an den Tagen dazwischen die frohe Botschaft ihres Glaubens aber letztlich nicht in Verantwortung umsetzen konnten.…………………………………………………………………………………………………………………………………………

Erinnern bedeutet offenlegen, ans Licht bringen.
Beides ist nötig, heute mehr denn je.

Sprichwörtlich notwendig ist es, sich der frohen Botschaft unseres Glaubens zu erinnern. Die aber keine Botschaft nur für die Sonn- und Festtage unseres Lebens sein will, sondern hineinwirken will in unser alltägliches Leben.
Und nötig ist das, was mit der Verlegung der Stolpersteine in der Kappeler Straße, auf dem Marktplatz und in der Glöckner-gasse beabsichtigt ist: zu erinnern daran, dass Unrecht offen-gelegt wird, weil es sonst weiterwirkt wie ein Krebsgeschwür.
Kirchberg erinnert sich dieser Tage an seine ehemaligen jü-dischen Bürger und Bürgerinnen.
Und manch einer hält vielleicht nachdenklich einen Augenblick inne, wenn vor einem der Steine mit dem Namen ehemaliger jüdischer Bürger Kirchbergs steht. Sei es, dass er gerade aus dem sonntäglichen Gottesdienst kommt oder auf seinem Weg durch den wöchentlichen Alltag ist.
Erinnern bedeutet …
Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Manfred Stoffel

© Evangelische Kirche Kirchberg - 2002  E-Mail direkt